Im kühlen Kino, dem dunklen

Endlich im Kino. Ich sitze im roten Kino der HFF und staune nicht schlecht. Weiche, aber nicht zu weiche Sitze, die Rückenlehnen fahren automatisch in eine bequeme Sichtungsposition. Entspannt lehne ich mich zurück, warte auf den Film. Vor mir ein üppiges Blumengebinde, das sich farblich perfekt dem Interiour Design anpasst. Eine feierliche Stimmung macht sich breit, vielleicht ein wenig zu feierlich. Um mich herum flüstern die Besucher. Ist jemand gestorben? Irgendwie erscheint mir mein plötzlicher Gedanke ganz und gar naheliegend. Schließlich sitzen wir in der HFF wie im Inneren eines Sarkophags, ausgestattet mit einer Sonnentreppe, die direkt in das ägyptische Jenseits zu führen scheint. Der Tod ist hier nur die abgewandte Seite des Lebens. Und ist einen Film sehen nicht auch ein bisschen wie dem Tod bei der Arbeit zusehen? Roland Barthes hat das so ähnlich über die Fotografie gesagt. In jedem Foto sei das unabweisbare Zeichen des Todes enthalten, der in der Zukunft eintreten wird. Unabweisbar! Zum Glück fängt jetzt der Film an, hoffentlich ein Feelgood-Movie.

Dunja Bialas

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